Hallenbau – Mieten oder Kaufen? 3 Punkte zur Entscheidungshilfe

Wenn erst einmal die benötigte Kapazität einer Lagerhalle ermittelt worden ist, stellt sich eine weitere, ebenso wichtige Frage: mieten oder kaufen? Beide Lösungen besitzen sowohl Vor- als auch Nachteile. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, was die Kosten beeinflussen kann, welche Alternative zum Bankkredit es zur Kapitalbeschaffung gibt und wie die Quadratmeterpreis-Entwicklung von Gewerbeflächen mit in Ihre Entscheidung fließen sollte.

1.) Anteilige Weitervermietung oder Gemeinschaftsprojekte für den eigenen Hallenbau.

Wenn Sie sich dazu entschließen Ihre Lagerhalle selber zu bauen, sollten Sie bereits vor dem eigentlichen Hallenbau überlegen, ob es sinnvoll und möglich ist, das Ganze als Gemeinschaftsprojekt anzugehen:

  • Gibt es zum Beispiel potentielle Geschäftspartner in Ihrer Umgebung, die ebenfalls Ihre Logistik ausweiten möchten?
  • Haben Ihre Lieferanten Bedarf an einer Vergrößerung Ihrer Lagerkapazitäten und würden sich an einem Gemeinschaftsprojekt beteiligen?
  • Können Sie Teile der neuen Lagerhalle weiter vermieten?

Um diese Möglichkeiten mit in die Berechnung der anstehenden Kosten bzw. Einnahmen mit einfließen lassen zu können, bieten sich sowohl Statistiken der durchschnittlichen, aktuellen Lagerhallen Quadratmeterpreise an – mögliche Quellen sind hier beispielsweise das Statistisches Bundesamt  oder regionalstatistik.de - als auch der Vergleich über Online Portale wie Immobilienscout24 oder immonet.de.

Ein recht anschauliches Beispiel, wie man eine kostendeckende Mindestmiete (für die Weitervermietung) berechnet, finden Sie auf der Seite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen:

http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/360/article/21105.html

2.) Kapital für den Hallenbau: crowdfunding

Zur Zeit der Entstehung dieses Beitrages waren die Zinsen für Baukapital extrem niedrig. Bei einem exemplarischen Netto Kapitalbedarf von 100 000 Euro mit einer Beleihung von 80% und einer Tilgung von 1% und 10 Jahren Laufzeit ergaben sich laut Bauzinsen.com Zinsen von 1.7 bis 2 Prozent – bei einer Tilgungsrate von 228 bis 248 Euro pro Monat (bauzinsen.com).

Soweit so gut. Doch selbst bei einer günstigen Zinslage wie dieser, muss ein solcher Kredit auch erst einmal genehmigt werden und der Erfolg der Genehmigung hängt von vielen Faktoren ab.

Eine Alternative bietet das sogenannte crowdfunding, eine bankenunabhängige Kapitalbeschaffungsart. Reset.org fasst den Begriff folgendermaßen zusammen:

„Im Kern steckt die Idee, dass viele Einzelpersonen mit jeweils kleinen Einzelbeträgen zusammen eine große Summe Geld aufbringen, mit der Projekte realisiert oder Produkte entwickelt werden.“ (reset.org)

Im Netz gibt es mittlerweile zahlreiche crowdfunding Portale, die diese moderne Art der Kapitalbeschaffung realisieren. Zum Beispiel

www.oneplanetcrowd.de

www.startnext.de

Weitere Plattformen findet man unter http://www.crowdfunding.de/plattformen/.

Doch die Sache hat einen Haken: in der Regel muss das zu finanzierende Projekt innovativ sein bzw. einen besonderen sozialen Nutzen beinhalten (Beispiel: ökologische Landwirtschaft) Aber auch Start-Up Firmen (Neugründer) haben gute Chancen, mittels crowdfunding Ihren Hallenbau zu finanzieren.

3.) Zukünftige Entwicklung des aktuellen Bestandes an Lagerhallen in Ihrer Region

Es gibt Regionen in Deutschland, in denen die Anzahl der Grundstücke, welche für gewerbliche Zwecke zur Verfügung stehen, schon heute spürbar gering ist. Unternehmen, die dort weiter wachsen wollen, können ihren Bedarf an Fläche zum Großteil schon nicht mehr befriedigen (ellwanger-geiger.de).

Dieser Trend wird sicherlich weiter zunehmen. Auf der anderen Seite bedeutet dies natürlich auch, dass zum einen die Mietpreise für Lagerhallen in Zukunft weiter ansteigen werden und zum anderen, dass es immer schwieriger wird, mietfähige, freistehende Lagerhallen zu finden. Es liegt auf der Hand, dass diese Entwicklung als Pro Argument für den eigenen Hallenbau greift. Eine Statistik der durchschnittlichen Lagehallenpreise von 2013, finden Sie in unserem Blog https://www.panelsell.com/blog

Eine nichtrepräsentative Auswerung der Preisangaben für den Münchner Raum, die wir selber am 4.12.14 mittels Mittelwertberechnung von einigen Angeboten aus Immobilienscout24 gemacht haben, zeigt, welche Anstiege der Mietpreise von Lagerhallen innerhalb nur eines Jahres entstehen können - in diesem Fall immerhin satte 13%. Auch dazu: mehr in unserem Blog.

Die drei genannten Punkte sind selbstverständlich nur als Ausschnitt derjenigen Kriterien zu sehen, die es zu beachten gilt, wenn die Frage nach Miete oder eigenem Hallenbau ansteht.

Wenn Sie selber wichtige oder interessante Ideen zum Thema „Hallenbau – Lagerhalle kaufen oder mieten“ – haben, würden wir uns auf Ihren Beitrag in unserem Blog freuen.

Sollten Sie sich übrigens bereits für den eigenen Hallenbau entschieden haben, finden Sie auf unserer Homepage ein praktisches Online Tool zur Berechnung von Hallenbauflächen https://www.panelsell.com